PFLEGE

Liebe Kakteenfreunde, in diesem Artikel möchte ich Ihnen näherbringen, dass die wahre Qualität eines Kaktus unter der Oberfläche liegt. Der sichtbare Teil des Kaktus bildet sozusagen nur die Spitze des Eisberges.

In habe in meiner Laufbahn als Kultivator viel Lehrgeld für Kulturfehler bezahlt, dadurch aber wertvolle Erfahrungen gesammelt. Diese möchte ich mit Ihnen teilen und Sie dazu anregen, die eine oder andere Idee umzusetzen.

Kakteenerde

Ein weiterer Schlüssel für eine erfolgreiche Kakteenzucht ist immer eine passende Erde. Welche Eigenschaften soll sie besitzen? Praktisch erklärt:

  • Grobkörnig und dennoch genügend Feinteile
  • Luft- und wasserdurchlässig und dennoch hohe Wasserkapazität besitzen
  • Niedriger pH-Wert (5-6)
  • Viele mineralische Bestandteile, die die Pflanze auch braucht (Zuschlagstoffe)
  • Kein verkleben der Erde es soll sich kein Klotz bilden, den man später herunterschlagen muss
  • Dauererde auch für längeren Einsatz (5 bis 10 Jahre bei Großpflanzen)

Nach vielen Versuchen bin ich auf meine optimale Mischung gekommen. Diese Mischung verwende ich nun seit Jahren und konnte viele Erfolge damit verbuchen. Ich arbeite mit zwei verschiedenen Substrattypen:

  1. Für normale, unempfindliche Kakteen
  2. Für anspruchsvollere Ariocarpen, Lophophoren, Echinomasten und fast alle Rübenwurzler (mit speziellen Zusatzstoffen verfeinert)

Zum Testen kann ich Ihnen gerne eine kleine Menge dieser speziellen Mischung zusenden. Bitte um Anfrage auf office@kakteen-niess.at

 

Gießen und Trockenperioden oder der Kaktus als Wassersucher

Wählt man die Abstände zwischen dem Gießen zu kurz, d.h. der Erdballen trocknet nie zu 100 Prozent aus, so wird der Kaktus nie ein gesundes Wurzelwachstum entwickeln. Warum? Kakteen sind Wassersucher und vergrößern während des Suchvorgangs ständig ihr Wurzelwerk. Dieses große Wurzelwerk dient dazu in kurzer Zeit große Wassermengen aufzunehmen und längere Trockenperioden zu überstehen. Je größer das Wurzelwerk ist, desto leichter verzeiht der Kaktus Kulturfehler und ist resistenter gegen Pilze und Schädlinge. Der Wurzelballen ist sozusagen ein wichtiger Bestandteil des "Immunsystems".

Achtung – nur keine Angst vor dem Vertrocknen! Der Kaktus besitzt eine Ur-Naturkraft in seinen Wurzeln. Das umliegende Substrat wird mit einer enormen Saugkraft zwischen 200 und 700 bar regelrecht ausgesaugt. In der Zeit, wenn nur mehr kleine Wasserreste im Substrat enthalten sind (Trockenperiode), bildet der Kaktus viele neue Wurzeln, um den allerletzten Tropfen aufzuspüren.

In unseren Kulturen wird immer wieder der Fehler gemacht, zu kurze Trockenperioden einzuhalten. Ebenso wird meist zu feines Substrat verwendet, welches die Feuchtigkeit zu lange hält. Gröberes Substrat hingegen kann dank seiner Luftdurchlässigkeit schneller abtrocknen. Das motiviert den Kaktus ein großes Wurzelwerk zu bilden, dass das Wasser so schnell wie möglich aufnehmen kann.

Eine kleine Anmerkung: Bei Sämlingen und kleinen Kakteen darf natürlich das Trockenintervall nicht zu groß sein, da sie einen zu kleinen Wasserspeicher besitzen.

Keine Veränderungen in der pH-Wert Kurve

Meine jahrelange Erfahrung hat mir gezeigt, dass eine kontinuierliche pH-Wert-Kurve wahre Wachstumswunder bewirkt.
Wie kommt man nun zu so einer Kontinuität? Ich verwende für alle Kakteen ein Substrat, das einen niedrigen pH-Wert (5-6) besitzt. Füge ich beim Gießen den Dünger hinzu, verändert sich auch der pH-Wert des Wassers auf 5-6. Diese pH-Wert-Änderung ist bei allen mir bekannten Düngern der Fall. Natürlich kann man nicht jedes Mal voll düngen, da wir sonst Kohlrüben statt Kakteen züchten würden. Ich gebe somit bei jedem Gießvorgang nur ¼ der angegebenen Düngermenge ins Wasser. Das reicht, um den pH-Wert des Gießwassers auf das Niveau des Substrates zu bringen. Somit schränke ich Kurvenveränderung auf das Minimalste ein, die Wurzeln werden nicht geschädigt und der Kaktus wird nicht überdüngt. Macht man das nicht, entstehen auf Dauer negative Veränderungen in den Wurzelhüllen bzw. in den Saugwurzeln. Diese Beschädigungen sind eine ideale Eingangspforte für Pilze (Fusarium), die über die Jahre schließlich in den Kaktus gelangen und diesen zerstören.

Umpflanzen

Will man ein optimales Kakteenwachstum erzielen, so muss dem Kaktus immer ein passendes Substrat und Substratvolumen zur Verfügung gestellt werden. Bei Sämlingen ist darauf zu achten, ihnen mehr Platz zu schaffen, sobald sich die Pflänzchen bedrängen. Die nachfolgende Bilderstrecke soll Ihnen zeigen, wie der Werdegang zu einer großen stattlichen Pflanze aussieht.

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1

Mit 8 Monate ist es höchste Zeit sie zu trennen.

2

Vor dem Pikieren - ein guter Wurzelballen soll so aussehen

3

Pikierte Pflanzen – der Abstand ist genau richtig

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Mit 13 Monaten

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Mit 18 Monaten drängen sich die Pflanzen wieder

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Kurz vor dem Einpflanzen in Einzeltöpfe – ein gesunder Wurzelballen

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Mit 2 Jahren ist der Topf gut durchwurzelt und zu klein.

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Nach einer Periode - von einem 5x5 Topf zu einem 7x7.

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Nach einer weiteren Periode – von einem 7x7 zu einen 8x8 Topf.

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Nach einer weiteren Periode – von einem 8x8 Topf zu einen 9x9 Topf.

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Übersicht von Pflanzen vor dem Umsetzen (Achtung, die kleinste wurde gerade umgesetzt).

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Übersicht von Töpfen die ich verwende – (Top-Firma: Sima).

Düngerzusammensetzung

Die Erstveröffentlichung dieses Artikels fand in der Zeitschrift "Der Echinocereenfreund" (Düngerzusammensetzung, 1/ 2004)  statt.

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Wintertrick

Hier ein Trick wie ich meine Pflanzsteine im Garten mit winterfesten Kakteen ohne Probleme über den Winter bringe:

  • Man verwendet einen 5 Liter Kübel; dieser sollte durchsichtig sein.
  • Am unteren Drittel des Kübels bohrt man mit einer Bohrmaschine (10er-Bohrer) gut verteilt viele Löcher – diese Löcher schützen die Pflanze vor zu hohen Temperaturen (Plusgrade) bei Sonnenschein im Winter. Zudem lassen sie nicht allzu viel Feuchtigkeit  in den Kübel hinein.
  • Der Kübel gehört mit einem Kübel beschwert, damit er bei starkem Wind nicht davonfliegen kann.
  • Ist das Frühjahr da, sammeln Sie die Kübel ein und die Kakteen können wieder wie in der Wildnis wachsen.

Diese Methode funktioniert ganz sicher!

Aber manche Kakteen brauchen keinen Winterschutz, wie der Echinocereus engelmannii var. Munzii aus dem Big Bear Lake.

E.engelm. var.munzii

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