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Eine Geschichte über Kakteen - Erde und pH-Werte PDF Drucken E-Mail

Liebe Kakteenfreunde, in diesem Artikel möchte ich ihnen näher bringen, dass die wahre Qualität eines Kaktus unter der Oberfläche liegt. Der sichtbare Teil des Kaktus bildet sozusagen nur die Spitze des Eisberges.


Ich habe in meiner Laufbahn viele Erfahrungen gemacht und gleichzeitig auch viel Lehrgeld für Kulturfehler bezahlt. So möchte ich sie hier durch meine Anregungen auf diesen Pfad lenken und hoffe, dass sie die eine oder andere Idee umsetzen können.

Gießen und Trockenperioden oder der Kaktus als Wassersucher

Wählt man die Abstände zwischen dem Gießen zu kurz, d.h. der Erdballen trocknet nie zu 100% aus, so wird dieser Kaktus nie ein gesundes Wurzelwachstum entwickeln. Warum? Kakteen sind Wassersucher und vergrößern während des Suchvorgangs ständig ihr Wurzelwerk. Dieses große Wurzelwerk dient dazu in kurzer Zeit große Wassermengen aufzunehmen und längere Trockenperioden zu überstehen. Je größer das Wurzelwerk ist, desto leichter verzeiht der Kaktus Kulturfehler und ist resistenter gegen Pilze und Schädlinge. Der Wurzelballen ist sozusagen ein wichtiger Bestandteil des "Immunsystems".

Achtung - nur keine Angst vor dem Vertrocknen! Der Kaktus besitzt eine Urnaturkraft in seinen Wurzeln. Das umliegende Substrat wird mit einer enormen Saugkraft zwischen 200 - 700 bar regelrecht ausgesaugt. In der Zeit, wenn nur mehr kleine Wasserreste im Substrat enthalten sind (Trockenperiode), bildet der Kaktus viele neue Wurzeln um den allerletzten Tropfen aufzuspüren.

In unseren Kulturen wird immer wieder der Fehler gemacht zu kurze Trockenperioden einzuhalten. Ebenso wird meist zu feines Substrat verwendet, welches die Feuchtigkeit zu lange hält. Gröberes Substrat hingegen kann dank seiner Luftdurchlässigkeit schneller abtrocknen. Das motiviert den Kaktus ein großes Wurzelwerk zu bilden, welches dieses schwindende Gut so schnell wie möglich aufnehmen kann.

Eine kleine Anmerkung: Bei Sämlingen und kleinen Kakteen darf natürlich das Trockenintervall nicht zu groß sein, da sie einen zu kleinen Wasserspeicher besitzen.

Keine Veränderungen in der pH-Wert Kurve

Meine jahrelange Erfahrung hat mir gezeigt, dass eine kontinuierliche pH-Wert Kurve wahre Wachstumswunder bewirkt. Wie kommt man nun zu so einer Kontinuität? Ich verwende für alle Kakteen ein Substrat, welches einen niedrigen pH-Wert (5-6) besitzt. Füge ich beim Gießen den Dünger hinzu, verändert sich auch der pH-Wert des Wassers auf 5-6. Diese pH-Wert Änderung ist bei allen mir bekannten Düngern der Fall. Natürlich kann man nicht jedes Mal voll Düngen, da wir sonst Kohlrüben statt Kakteen züchten würden. Ich gebe somit bei jedem Gießvorgang nur ¼-? der angegebenen Düngermenge ins Wasser. Das reicht um den pH-Wert des Gießwassers auf das Niveau des Substrates zu bringen. Somit schränke ich Kurvenveränderung auf das Minimalste ein, die Wurzeln werden nicht geschädigt und auch der Kaktus wird nicht überdüngt. Macht man das nicht entstehen auf die Dauer negative Veränderungen in den Wurzelhüllen bzw. in den Saugwurzeln. Diese Beschädigungen sind eine ideale Eingangspforte für Pilze (Fusarium), welche über Jahre schließlich in den Kaktus gelangen und diesen zerstören.


Umpflanzen

Will man ein optimales Kakteenwachstum erzielen, so muss immer ein passendes Substrat und Substratvolumen dem Kaktus zur Verfügung gestellt werden. Bei Sämlingen ist darauf zu achten, dass sobald sich die Pflänzchen bedrängen, die Zeit gekommen ist ihnen mehr Platz zu schaffen. Die nachfolgende Bilderstrecke soll ihnen zeigen, wie der Werdegang zu einer großen stattlichen Pflanze ist.

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Mit 8 Monate ist es höchste Zeit sie zu trennen. Vor dem Pikieren - ein guter Wurzelballen soll so aussehen Pikierte Pflanzen – der Abstand ist genau richtig
kakteenerde04 kakteenerde05 kakteenerde06
Mit 13 Monaten Mit 18 Monaten drängen sich die Pflanzen wieder Kurz vor dem Einpflanzen in Einzeltöpfe – ein gesunder Wurzelballen
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Mit 2 Jahren ist der Topf gut durchwurzelt und zu klein

Nach einer Periode - von einem 5x5 Topf zu einem 7x7 Nach einer weiteren Periode – von einem 7x7 zu einen 8x8 Topf
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Nach einer weiteren Periode – von einem 8x8 Topf zu einen 9x9 Topf Übersicht von Pflanzen vor dem Umsetzen (Achtung, die kleinste wurde gerade umgesetzt) Übersicht von Töpfen die ich verwende – (Top-Firma: Sima)

 

Kakteenerde

Ein weiterer Schlüssel für eine erfolgreiche Kakteenzucht ist immer eine passende Erde. Welche Eigenschaften soll sie besitzen – praktisch erklärt?

  • Grobkörnig und dennoch genügend Feinteile
  • Luft- und wasserdurchlässig und dennoch hohe Wasserkapazität besitzen
  • Niedriger pH-Wert (5-6)
  • Viele mineralische Bestandteile, die die Pflanze auch braucht - (Zuschlagstoffe)
  • Kein verkleben der Erde - es soll sich kein Klotz bilden, den man später herunter schlagen muss
  • Dauererde auch für längeren Einsatz (5-10 Jahre bei Großpflanzen)

Nach vielen Versuchen bin ich auf meine optimale Mischung gekommen. Diese Mischung verwende ich nun seit Jahren und konnte viele Erfolge damit verbuchen. Ich verwende zwei verschiedene Substrattypen:

  1. Für normale, unempfindliche Kakteen
  2. Für anspruchsvollere Ariocarpen, Lophophoren, Echinomasten und fast alle Rübenwurzler (mit speziellen Zusatzstoffen verfeinert)
KakteenerdeBsp1 KakteenerdeBsp2
Für Normale Kakteen Für Anspruchsvolle Kakteen

Zum Testen kann ich Ihnen gerne eine kleine Menge dieser speziellen Mischung zu senden. Bitte um Anfrage auf Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

Lophophoren
 
Umpflanzen von Kakteen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niess Gerald   

So pflanzt man Kakteen richtig um:

[ Zur Anleitung ]
 
Umrechnungstabelle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niess Gerald   

1% = 100g/ml pro 10 Liter Wasser
0,1% = 10g/ml pro 10 Liter Wasser
0,05% = 5g/ml pro 10 Liter Wasser

Tipp:  z.B. 15 Tropfen ist 1 ml

Für den Baldrianblütenextrackt benötigt man ca. 15 Tropfen auf 10 Liter Wasser (ist 1ml)
Er sollte im Frühjahr und im Herbst gegossen werden, ist mit allen anderen Düngern und Mitteln mischbar.

 
Düngerzusammensetzung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niess Gerald   

Düngerzusammensetzung

[ Download PDF ]

 

Die Erstveröffentlichung dieses Artikel fand in der Zeitschrift " Der Echinocereenfreund " statt:

  • Düngerzusammensetzung - Heft 1/ 2004

... sowie im Heft " Kakteen und andere Sukkulenten " Ausgebe 2/2006

 

 

 
Wintertrick PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Niess Gerald   

Hier ein Trick wie ich meine Pflanzsteine im Garten mit winterfesten Kakteen Ohne Probleme über den Winter bringe:

  • Man verwendet einen 5 Liter Kübel, dieser sollte durchsichtig sein.
  • Am unteren Drittel des Kübels bohrt man mit der Bormaschiene und einem 10-er Bohrer viele Löcher - diese sollten gut verteilt werden.
  • Diese Löcher schützen die Pflanze vor zu hohen Temperaturen im Winter (Plus Grade),wenn die Sonne scheint, lässt nicht allzu viel Feuchtigkeit in den Kübel hinein.
  • Beschweren Sie den Kübel mit einen Stein sodass er bei starkem Wind nicht kippen kann.
  • Ist das Frühjahr da, sammeln Sie die Kübel ein und die Kakteen können wieder Wie in der Wildnis wachsen.

Diese Methode funktioniert ganz sicher!

[ Zu den Bildern ] ( Grösse: 4MB )

Aber manche Kakteen brauchen keinen Winterschutz, wie der Echinocereus engelmannii var. Munzii aus den Big Bear Lacke.